Bei der Isolierung des Vans findet man im Internet wirklich alle möglichen Informationen zu den unterschiedlichsten Methoden und Materialen. Während manche auf Bauschaum schwören, schlagen andere die Hände über den Kopf zusammen, wenn sie dieses Material in Verbindung mit einem Auto sehen. Wir haben wirklich viel Zeit in die Recherche der richtigen Materialen gesteckt und möchten euch unsere Erkenntnisse nicht vorenthalten.

Das richtige Material auswählen

Der Umbau des Vans ist im Grunde wie ein kleiner Hausbau. Deshalb kann man sich natürlich zurecht die Frage stellen, weshalb man nicht auch dieselben Materialen verwenden sollte. Dabei kommt zunächst einmal Mineralwolle, also Glas- oder Steinwolle in Frage. Die Materialen haben gute Dämmwerte, sind hitzebeständig und zudem noch günstig. Lose Mineralwolle würde allerdings durch die Vibration während der Fahrt enger zusammenrücken und es würden Lücken entstehen. Zudem hat man im Van mit Kondenswasser zu kämpfen. Kann die Feuchtigkeit nicht entweichen, entsteht Korrosion und unter Umständen Schimmel.

Eine andere Alternative wäre Styropor. Da dieses Material allerdings Wasser aufnimmt, sollte man lieber direkt Styrodur in Betracht ziehen. Styrodur hat im Vergleich zu Styropor nämlich eine geschlossene Zellstruktur und nimmt deshalb kein Wasser auf. Allerdings ist das Material nicht wirklich flexibel, bröselt schnell und ist schwer zu verarbeiten. Sollte man sich mit dem Van in wärmeren Gebieten aufhalten, droht das Material sogar zu schmelzen. Dadurch entstehen ebenfalls Isolationslücken. Außerdem können unangenehme Geräusche durch Vibration entstehen. Jeder der schon mal zwei Styroporplatten gegeneinander gerieben hat, kennt das unangenehme Quietschen. Ein weiterer Nachteil ist die Brennbarkeit. Es wird zwar als schwer entflammbar eingestuft, brennt es jedoch erst einmal, dürfte der Van Geschichte sein.

Genau aus dem gleichen Grund kann man auch Hanf, Kokosfaser, Kork, Schafwolle und ähnliche Dämmstoffe ganz außer Acht lassen.An dieser Stelle sei auch direkt gesagt, dass bei Schweißarbeiten am Auto natürlich das Dämmmaterial generell zunächst entfernt werden sollte. Darüber hinaus  saugen einige der Dämmmaterialien Feuchtigkeit geradezu auf.

Van Umbau - Isolierung Material

Kommen wir nun zu dem berühmten Bauschaum. Diesen kann man kinderleicht in alle möglichen Lücken sprühen und dämmt gut. Zum einen sollte man zunächst auf die Ausdehnung achten. Verwendet man einen Bauschaum mit starker Ausdehnung, kann sich unter Umständen das dünne Außenblech des Fahrzeugs verbiegen und es entstehen unschöne Beulen. Zum anderen wird der Bauschaum am Ende knüppelhart. Für feste Bauwerke ist das sogar gut. Für das Fahrzeug allerdings nicht. Auch dieses Material fängt durch die Fahrzeugvibration früher oder später an zu bröseln. Dadurch entstehen wieder Lücken, dort sammelt sich Feuchtigkeit und es kommt irgendwann zu Korrosion.

Am Ende kommt man immer wieder zu einem Material: X-Trem Isolator oder Armaflex. Die Matten gibt es in allen erdenklichen Stärken, können einfach verarbeitet werden und nehmen dank der geschlossenen Zellstruktur auch keine Feuchtigkeit auf. Der Dämmwert liegt ungefähr drei mal höher als der von Styropor. Man müsste also drei mal so dicke Styroporplatten verarbeiten, damit man am Ende dieselbe Dämmwirkung erzielt.

Den Taupunkt nach innen verschieben

Nun muss man die X-Trem Isolator oder Armaflex Platten nur noch richtig verarbeiten. Da man am Ende den Taupunkt nach innen verschieben möchte, damit sich keine Feuchtigkeit direkt auf der Metalloberfläche des Fahrzeugs ansammelt, sollte man die Platten vollflächig verkleben.

Van Umbau - Kondenswasser

Es gibt die Platten zwar auch selbstklebend, davon wurde uns allerdings abgeraten. Da im Sommer auf der Metalloberfläche des Autos schnell sehr hohe Temperaturen entstehen, löste sich der der Kleber wohl schon bei dem ein oder anderen. Deshalb sollte man einen hitzebeständigen Kontaktkleber verwenden. Empfehlenswert ist beispielsweise der Pattex Contact Classic. Zur leichteren Verarbeitung haben wir den Kleber mit etwas Verdünnung gestreckt. Bei der Verarbeitung sollte unbedingt eine Maske mit Filter verwendet werden.

Den Kleber trägt man auf der Fahrzeugoberfläche und den Platten auf. Dann muss man ein paar Minuten Geduld haben, bis die Oberfläche trocken ist, also beim Anfassen nicht mehr klebt. Sobald sich die beiden Flächen berühren, kleben diese direkt zusammen. Wichtig ist nun, dass man die Flächen fest zusammenpresst. Dabei kommt es nicht auf die Dauer, sondern auf den Druck an. Desto fester man es andrückt, desto besser kleben die Flächen zusammen.

Damit eine vollflächige Verklebung gewährleistet werden kann, sollten zunächst dünnere Platten verarbeitet werden. Diese können vor allem an schwer zu erreichenden Stellen einfacher verarbeitet werden. Auf die dünnen Platten kann man dann erneut dickere Platten kleben. Man möchte auf jeden Fall alle Oberflächen vollflächig mit der Isolierung ausstatten, damit sich wirklich kein Kondenswasser auf der Metalloberfläche absetzen kann.

Schwer zu erreichende Stellen

An schwer zu erreichenden Stellen kann man in Betracht ziehen, die Isolierung nass zu verkleben. Dabei wartet man vor dem Verkleben nicht bis der Kleber oberflächlich getrocknet ist, sondern verklebt die Isolierung solange der Kleber noch nass ist. Das hat den Vorteil, dass man die Isolierung auch nach dem Kontakt mit der Karosserie noch verschieben kann. Die Schwierigkeit liegt aber darin, den richtigen Zeitpunkt zum finalen Andrücken zu finden. Die Isolierung muss nämlich nach dem Antrocknen noch einmal fest angedrückt werden, damit der Kleber seine volle Kraft entwickeln kann.

Kommt man auch mit dem nassen Verkleben nicht richtig weiter, kann man überlegen die Isolierung nur zu stopfen und an den Stellen gar keinen Kleber zu verwenden. Wichtig ist jedoch, dass die Isolierung so gegen die Karosserie gepresst wird, dass keine Feuchtigkeit am Metall entstehen kann.

Unterkonstruktion bedenken

Schon vor der Isolierung sollte auch die Unterkonstruktion für die spätere Verkleidung bedacht werden. Dabei ist nur wichtig, dass das Holz keinen direkten Kontakt mit der Karosserie hat. Denn sonst kann sich auch hier wieder Kondenswasser ansammeln und das Holz zum Faulen und das Metall zum Rosten bringen. Eine dünne Matte X-Trem Isolator oder Armaflex schafft Abhilfe. Einfach zwischen Holz und Karosserie vollflächig verkleben und schon sollte es keine Probleme geben. Übrigens sollte auch in der Dämmung des Bodens eine entsprechende Unterkonstruktion eingelassen werden, damit der Boden später nicht nachgibt.

Van Conversion - Unterkonstruktion